Des Liad von da vakauftn Gitar

by Martin Auer

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about

Unplugged total, Lieder ohne Gitarre - ist das nicht ein bisschen wenig?
Aber vielleicht sind es ja gesungene Gedichte. In der Lyrik geht es um den Sprachklang. Hier wird der Sprachklang noch erweitert, aus der Rezitation wird Gesang. Kein aufwendiger, nur ein schlichter, volksliedhafter. So wie meine Mutter früher beim Bügeln gesungen hat. Da hätte sie ja gar keine Hand frei gehabt für ein Instrument, selbst wenn sie eines hätte spielen können.

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released January 30, 2016

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Martin Auer Vienna, Austria

Martin Auer ist Schriftsteller, Liedermacher, Netzkünstler und sonst noch allerlei. Er lebt in Wien.

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Track Name: Wann die Lindn bliahn in da Stadt
Wann die Linden bliahn in der Stadt
und duften,
kann i mi net halten,
setz i mi aufs Radl und fahr
d' ganze Nacht umadum.

Wann der Vollmond scheint in die Gassen
in der ersten Summernacht
und die Hitz' net aufhört,
setz i mi im Park auf a Schaukel
Bis um viere in der Fruah.

Wann die erstn Stern dann verblassen
und die erstn Amscheln schrein
und der Himmel rot wird,
kauf i ma am Markt an Kaffee,
wann der Spritzwagen fahrt.
Track Name: Über die Donau
Über die Donau
fliagn zwaa Antn
über die Wolkenkratzer
über die Autobahn.
Fliagn und fliagn übers
graue Wasser
bis i's nimmermehr
sehgn kann.

So wia die Antn
drobm am Himmel
mitanand fliagn
übers Land,
hätt i ma gwunschen
mit dir zum fliagn
Flügel an Flügel
Hand in Hand

über die Wolken,
über den Regen,
gegen die Wind
und gegen die Zeit,
gegen die Nacht
und gegen den Winter
höcher als hoch
und weiter als weit.

Über die Donau
fliagn zwaa Antn
über die Wolkenkratzer
über die Autobahn.
Fliagn und fliagn übers
graue Wasser
bis i's nimmermehr
sehgn kann.
Track Name: Des Liad von da vakauftn Gitar
Da Summa is vagaungan
und i hab mei Gitar vakauft
fir a Foahrkoartn zruck zu dir, zu dir.
Aber die hätt i ned braucht.

Und da Herbst is kumman
und mei Bett is leer.
Und was amoi vakauft is,
des findst nimmermehr.

Und a koida Winter
is a lange Zeit.
Und da Weg is finster
aber nimmer weit.
Track Name: Draußt auf da Gassn
Draußt auf der Gassn
waht kalt der Wind,
waht alte Zeitungsblattln über die Stadt,
dass i den Himmel bald nimmer find,
wo amal die Sunn gschienen hat
über der Stadt.

Draußt auf der Gassn
rennan die Leit
hinter an Bock her und ana Sau.
Drobm am Dach sitzt a Esel und schreit
und die Welt wird umadum grau
wohin i nur schau.

Draußt auf der Gassn
is's finster und kalt.
Leer san die Häuser, leer is die Stadt.
Und i muaß auße, aufs Feld und in'n Wald,
wo amal di Sunn gschienen hat,
draußt vor der Stadt.

Draußt auf die Gipfel
waht kalt der Wind,
waht ma den Schnee und Regn um d' Ohrn,
bis den Himmel amal wieder find
irgendwo, da draußen, da vorn,
weit hinterm Sturm.
Track Name: Durchs Wasser bin i gschwumman
Durchs Wasser bin i gschwumman,
übern Wüstensand bin i grennt,
auf an Lastwagn unter der Plachn
halb dafruarn und halb vabrennt.

An der Grenz habns auf mi gschossn,
durchn Stacheldraht bin i kräut,
und im Meer bin i fast dasoffn,
und im Lager bald vafäult.

Meine Eltern san verschwundn,
meine Briader san vermisst,
und mei Schwester habns nimmer gfunden,
wia die Bombn gfalln is.

Und jetzt sitz i und muass wartn,
waaß net, was mit mir wird,
ob i weiter muass, ob i bleibn kann,
ob i zurck muass in Kriag.

Und es brauchts ma nix schenkn,
und es brachts ma nix gebn:
I kann arbeitn, i kann lernen!
I will aafach nur lebn!
Track Name: Winterreise
Und die Wintersunn
is kalt und hell
und der Himmel is zart wia Wasser und Milch,
wia r a ganz dünne Haut,
die platzt, wann ma's sticht.

Und der Apfelbaam
is schwarz und krumm
und der Schnee wü net falln und der Schnee wü net falln.
Auf der Wiesn des Gras
is grau und miad.

Und i wander und wander und waaß net wohin und wozua.
Und wann i an früher denk, gibt ma mei Herz kaa Ruah.

Und der See i gfruan
und des Eis is ganz dünn.
Und unter dem Eis is a andere Welt,
die nix von uns waaß
und nix von uns wü.

Und die Raben schrein:
"Fliag ma haam, fliag ma haam!
Die Sunn steht scho tiaf, es is Zeit, es is Zeit!"
Und am Himmel, da werdn's
immer mehr, immer mehr ...
Track Name: A klaans Liad über wos, wos i aamoi gsehng hob
Auf aan klaan Mäuerl vur aan Supermarkt
steht a jungs Maadl in aan Dirndlklaad
und singt si aans.
Leit gehn vurbei, Autos foahrn, maunche schaun hin, oba die meistn net.
Und sie steht auf dem Mäuerl
mit Augn zua
und schwingt ganz leicht iahre Zopferl hin und her
und huacht auf des Liad
des nur iahr gheat,
des nur iahr gheat.
Track Name: Wann da Himme amoi in Meer foit
Wann da Himme amoi ins Meer foit,
dann ham die Vogal kaan Plotz mea zum Fliagn
und miassn schwimman lernan von die Fisch.
Wann da Himme amoi ins Meer foit
und alle Sterndal Seesterndal wean
und da Mond zum letztn Moi untergeht,
dann draht da Heagott es Liacht o und sogt:
I bin jetzt dahin,
i bin jetzt dahin.
Track Name: Wo der Wald aufhört
Wo der Wald aufhört
is amal a Jaga gangen
und er hat beim Bach
a Madele aufgspürt.
Und er hat si dacht:
„Des Madal muass i fangan,
dass sie halt die Meine wird!“

Wia r a zubigeht,
is sie schleunigst weggagsprungen.
Wia r a nacherennt,
is sie übern Bach.
Hat von weitem noch
gspott und glacht und gsungan.
Und der Jaga immer hintennach.

„Naa, du kriagst mi net,
du verfluachter dummer Jaga!
Naa du kriegst mir net,
Lass die Rennerei!
Naa, du kriagst mir net,
und die ganzes Wüdtuan,
des wird no dei Unglück sein!“

„Wart, i kriag di schon,
du verfluachtes wüdes Maderl!
wart, i kriag du schon,
heut no ghörst du mein!
Und dei Trotzigkeit,
die wirst du mir büaßn!
Sei nur g'scheit und schick di drein!“

Über d' Felsenwand
is des Maderl abegsprungan.
Und der Jager, der
kunnt's nimmer dastehn.
Als a Tauben hat
sie in die Luft si gschwungan,
hat den Jager druntn liegen gsehn.
Track Name: Über die Erdn
Über die Erdn muaßt barfuaß gehn.
Ziag d'Schuach aus, die machen di blind!
Dann kannst den Weg mit die Zechn sehn,
des Wasser, den Wind...

Sollst mit die Sohln auf d'Staner steign,
mit der nackerten Haut.
Wird dir die Erdn aa bald zeign,
daß s'dir vertraut.

Gspür des nasse Gras auf die Füaß,
gspür, wia trocken is der Staub.
Gspür, wia dich streichelt des Moos so süaß,
gspür, wia's knistert im Laub.

In'n Bach muaßt einesteign,
durchs Wasser muaßt aufegehn,
untern Wasserfall muaßt di stelln, mit'm Gsicht in die Höh,
mit der Wangen auf d'Erd in die Sunn di legn.

Lieg ganz still, riach die Erdn und gspür,
wia aufsteigt aus ihr a riesige Ruah.
Und dann is die Erdn ganz nah bei dir,
und du waßt, du ghörst zu allem dazua.